Kanarienvogel

Herkunft

Kanarienvögel stammen, getreu ihres Namens, von den Kanarischen Inseln. Weit verbreitet sind die Gesangskünstler aber auch auf den Azoren und der Insel Madeira. Spätestens seit sie vor über 500 Jahren domestiziert wurden, gibt es sie aber auch in anderen Ländern.

Aussehen

Kanarienvögel unterscheidet man in mehrere Rassen, die sich hinsichtlich ihres Aussehens und ihres Gesangstalents unterscheiden. Während Gesangskanarienvögel einzigartige, melodische Lieder trällern können, zeichnen sich Farbkanarienvögel hauptsächlich durch ihre vielen Farbvariationen aus. Großen Wert auf das Aussehen legt man auch bei Gestaltkanarien, die in kleine, große gebogene, frisierte und glatte Rassen unterschieden werden.

Kanarienvögel gibt es in vielen Variationen, zum Beispiel mit schneeweißem oder zweifarbigem Gefieder. Die am weitesten verbreitete Form ist das typische Kanarien-Gelb. Die kleinen Stimmwunder werden je nach Rasse 13-15 cm (Gesangs- und Farbkanarienvögel) oder 11-23 cm (Positurkanarienvögel) groß. Ausgewachsene Kanarienvögel wiegen zwischen 17 und 25 g.

Geschlechtsbestimmung und Geschlechtsreife

Eine Geschlechtsbestimmung lässt sich bei Kanarienvögeln vor allem über den Gesang vornehmen. Denn geschlechtsreife Kanarienmännchen singen, um ein Weibchen anzulocken. Natürlich singen auch weibliche Kanarienvögel, doch ihr Gesang ist meistens so leise, dass man ihn kaum hören kann. Unterscheiden kann man die beiden Geschlechter aber nicht nur anhand des Gesangs. Während der Brutzeit ist beim Männchen die Kloake erhöht, beim weiblichen Kanarienvogel ist sie flacher.

Die Geschlechtsreife tritt beim Kanarienvogel ab einem Alter von fünf Monaten ein.

Lebenserwartung

Bei guter Haltung können Kanarienvogel ein Alter von 10-15 Jahren erreichen. Schlechte Haltungsbedingungen sorgen in den meisten Fällen jedoch dafür, dass sie früher sterben.

Futter

Kanarienvögel ernähren sich hauptsächlich von Körnern. Bereits fertige Körnermischungen kann man im Zoohandel kaufen. Eine sinnvolle Ergänzung zu Körnermischungen sind Sepiaschalen zur Deckung des Kalkbedarfs, Vogelsand zur Förderung der Verdauung, Obst, Gemüse, Kräuter, Kolbenhirse, Ei- und Keimfutter sowie Knabberstangen. Seinen Flüssigkeitsbedarf deckt der Kanarienvogel über frisches Leitungswasser.

Haltung

Kanarienvögel dürfen niemals einzeln gehalten werden, da sie sehr gesellige Tiere sind. Um glücklich zu sein und sich wohl zu fühlen, brauchen sie ihre Artgenossen. Außerdem ist eine ausreichend große Voliere, die es den Kanarienvögeln ermöglicht, mehrere Flugrunden zu drehen, erforderlich. Die empfohlenen Mindestmaße liegen bei 60 x 40 x 40 cm für ein Einzeltier, wobei größer natürlich immer besser ist.

In der Voliere müssen verschiedene Sitzstangen angebracht werden. Ebenfalls zur Käfigausstattung gehören sollte eine Bade- oder Duschmöglichkeit, ein Futter- und Trinknapf, ein Nisthaus sowie diverses Spielzeug. Bezüglich des Standorts der Voliere muss darauf geachtet werden, dass die Kanarienvögel nicht in der prallen Sonne stehen und vor Lärm und Zugluft geschützt sind.

Vor dem Kauf sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Kanarienvögel regelmäßig Freiflug brauchen – idealerweise in einem einzelnen Zimmer, in dem Fenster und Türen geschlossen und die Scheiben durch Gardinen oder Vorhänge verdeckt werden.

Wesen

Kanarienvögel sind als Kuscheltiere gänzlich ungeeignet. Mit viel Geduld werden sie aber durchaus handzahm. Außerdem muss damit gerechnet werden, dass die Tiere mitunter sehr laut sind.

Zucht

Die Zucht von Kanarienvögeln ist weit verbreitet, sollte jedoch nur von Experten durchgeführt werden. Kanarienvögel sind mit einem Alter von fünf Monaten geschlechtsreif, ihre Brutdauer beträgt 13-14 Tage. Dabei legen die Weibchen 4 bis 5 Eier. Bis zu zwei Wochen nach ihrer Geburt ist der Nachwuchs auf seine Eltern angewiesen. Ab einem Alter von 14-16 Tagen sind Kanarienvögel selbstständig.